Unser altes Leben!

1975 sind wir von Jüterbog nach Großkochberg gezogen. Karin hatte eine Arbeit als Wirtschaftsleiterin im Schloss Großkochberg bekommen. Wir bekamen im Schloss eine 100 m² große Wohnung mit Garage. Die Wohnung befand sich im Erdgeschoss des Westflügels und war mit Zentralheizung, ein neues Bad usw. Bis 1987 wohnten wir im Schloss. 

1984 übernahmen wir, einen alten Dreiseitenhof. Auf den angehängten Bildern erkennt man den Zustand der Gebäude. Vorbesitzerin war Rosa. Rosa Ruhland lebte bis 1982 auf diesem Grundstück. Sie hatte keine unmittelbaren Verwandten mehr und bekam auch keine Rente. Sie lebte von eigener Viehzucht, eigenem Obst und Gesammeltem aus der Natur. Die letzten drei Jahre vor ihrem Tod erhielt sie Sozialfürsorge.                         Kurz vor ihrem 80. Lebensjahr verstarb sie an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruches. Rosa war in der Umgebung eine Legende. Auf den Bildern ist Rosa und ihr altes Grundstück zu sehen. Nach ihrem Tod stand das Grundstück über 2 Jahre leer und war total verkommen. Auf dem Grundstück befand sich eine Altstoffannahmestelle. Keiner wollte das Grundstück übernehmen. 

So haben wir zuerst das alte Wohnhaus abgerissen. Im Februar 1985 begannen wir mit dem Bau eines Einfamilienhauses vom Typ EW 65. Das Bauen zu DDR Zeiten war keine leichte Angelegenheit. Im Dezember 1987 sind wir in unser Haus eingezogen und waren froh alles geschafft zu haben. Damals wurde alles in Eigenleistung erschafft. Hilfe von Nachbarn und Kollegen war zu dieser Zeit selbstverständlich. Es war eine anstrengende, aber schöne Zeit. 

Bilder Hausbau:

Im Sommer 1988 kam uns der Gedanke, aus der alten Scheune eine Gaststätte zu bauen. Am 7.11.1988 stellten wir den Antrag auf eine Bau- und Gewerbegenehmigung. Nach über einem Jahr Laufereien

hatten wir am 02.01.1990 alle Genehmigungen beisammen. Die ersten Fundamente wurden dann im Februar ausgehoben. In mühevoller Arbeit ist es uns gelungen, eine Woche vor Pfingsten, am 10.05.1991

die Gaststätte zu eröffnen. Bis zur Eröffnung wurden 4800 Arbeitsstunden geleistet. Ohne die Hilfe vieler Freunde und Nachbarn, wäre die Fertigstellung, zur damaligen Zeit, nicht möglich gewesen.

Wir haben die Gaststätte über 25 Jahre betrieben. Im Gastraum hatten wir 55 Sitzplätze und einen Biergarten.

6 Tage die Woche geöffnet und viele Höhen und Tiefen erlebt. Ich habe all die Jahre in Rudolstadt gearbeitet. Nach Feierabend immer geholfen und an den Wochenenden natürlich auch. Die Buchführung und das Einkaufen gehörten zu meinen Aufgaben. Natürlich alle Reparaturen und Bauarbeiten. Es gab keine lange Weile, auch nie einen freien Tag.

Im Oktober 2016 haben wir aus Altersgründen die Gaststätte geschlossen.

 

 

                         

                                                Gaststätte:



Gastraum

Was ist nun aus der Gaststätte geworden? Wir haben das gesamte Inventar verkauft und das Gebäude zu einer Wohnung für unseren Enkel Pierre umgebaut. Er ist Anlagenmechaniker und so haben wir fast alle Arbeiten alleine ausgeführt. Es wurde alles raus gerissen. Alle Fußboden, die alten Toiletten und die alte Küche. Die Fußböden bekamen alle Fußbodenheizung. Die Außenwände wurden von innen mit Ständer Wänden isoliert und neu aufgebaut. Im Frühjahr 2018 sind wir mit den Arbeiten fertig geworden. Jetzt kann endlich mal nur an uns gedacht werden und wir beginnen einen neuen Lebensabschnitt. Weniger Arbeiten, mehr verreisen und das Leben genießen!